28. November 2022

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Verstappen beim Training in Dschidda hinter Hamilton

Max Verstappen und Lewis Hamilton duellieren sich ein erstes Mal auf dem brandneuen Stadtkurs in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda. Das erste starke Zeichen im WM-Zweikampf setzt der Verfolger.

In der Dämmerung von Dschidda hat Max Verstappen einen ersten Umsturzversuch gegen Formel-1-Regent Lewis Hamilton verpasst.

Der WM-Spitzenreiter musste sich auf dem Premierenkurs in Saudi-Arabien mit Platz zwei beim Auftakttraining direkt hinter seinem Titel-Verfolger begnügen. Kurz vor dem Ende verdrängte Verstappen noch Valtteri Bottas im zweiten Mercedes auf Rang drei. Hamilton holte am Freitag in 1:29,786 Minuten die Bestzeit und setzte ein erstes Zeichen im Titelduell mit Verstappen.

Als sich der Brite rund 15 Minuten vor dem Ende der einstündigen Einheit auf dem 6,174 Kilometer langen Dschidda Corniche Circuit ganz nach vorne schob, strahlte Mercedes-Teamchef Toto Wolff zufrieden in der Garage. Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel wurde Zehnter, Mick Schumacher kam im Haas nicht über Platz 18 hinaus.

«Gegen Lewis zu kämpfen, ist gut für den Sport»

Verstappen ist bereit für den letzten Akt im Generationenkampf – egal ob in Saudi-Arabien oder in einer Woche in Abu Dhabi. «Gegen Lewis zu kämpfen, ist generell gut für den Sport – ein junger Kerl gegen den etablierten Weltmeister, den mehrfachen Weltmeister. Ich denke, es ist einfach sehr aufregend», sagte der 24-Jährige über das Duell mit dem 36-Jährigen. «Für mich ist es letztendlich egal, ob man gegen jemanden kämpft, der so alt ist wie ich selber oder gegen einen Weltmeister.» Beide seien «großartige Fahrer».

Verstappen wartet aber sehnsüchtig auf seinen ersten WM-Titel. So nah dran wie in dieser Saison war der Sohn des früheren Teamkollegen von Michael Schumacher bei Benetton, Jos Verstappen, aber noch nie. Hamilton hat schon siebenmal die Weltmeisterschaft für sich entschieden. Letztmals unterlag er 2016 in einem WM-Wettstreit. Nico Rosberg beendete danach ausgelaugt umgehend seine Karriere.

Härtester Kampf in der Formel 1 seit langer Zeit

«Ich bin so entspannt wie noch nie», behauptete der ohnehin eher entspannte Hamilton in dem konservativen Königreich. «Ich erinnere mich an meine erste Weltmeisterschaft, sogar an meine zweite und dritte, an die schlaflosen Nächte und all diese Dinge, während ich mir jetzt meiner selbst viel sicherer bin.»

Acht Punkte liegt Hamilton hinter Verstappen. Der Niederländer muss am Sonntag (18.30 Uhr/RTL und Sky) auf jeden Fall Erster oder Zweiter werden, um die Chance auf den vorzeitigen Titelgewinn haben zu können. Sein englischer Widersacher bekommt für den vorletzten Grand Prix des Jahres und dann auch für das Finale aber den beeindruckend leistungsstarken Motor von Brasilien zurück. Zeit zum Angriff.

«Es war der härteste Kampf, den der Sport seit langer, langer Zeit gesehen hat», bemerkte Hamilton. Deshalb wäre für ihn auch ein achter Titel, mit dem er Schumacher als Rekordchampion hinter sich lassen würde, auch unübertroffen. «Das wäre er ganz sicher», versicherte Hamilton. Verstappen hat aber etwas dagegen.

Von Martin Moravec, dpa