20. April 2024

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Pole-Hattrick bei den Festspielen in Orange: Verstappen top

2021, 2022, 2023: Die Pole geht an Max Verstappen. Der Niederländer bringt die Fans und sich für den Angriff auf den Sieg-Rekord von Sebastian Vettel in Stimmung.

Max Verstappen hat bei den Festspielen in Orange für den ersten Stimmungshöhepunkt gesorgt und sich für den Angriff auf den Rekord von Sebastian Vettel in die beste Position manövriert. Unter dem tosenden Applaus der Fans auf den proppenvollen Rängen des Dünenkurses in Zandvoort raste Verstappen am Samstag wie schon 2021 und 2022 auf die Pole für sein Heimrennen.

Gewinnt der 25 Jahre alte zweimalige Formel-1-Weltmeister auch die dritte Auflage des Großen Preises der Niederlande nach der Rückkehr nach über 30 Jahren, stellt er mit dem neunten Sieg in Serie in dieser Saison die Bestmarke von Vettel aus dem Jahr 2013 – ebenfalls im Red Bull – ein.

Zwei Unterbrechungen und die schwierigen Verhältnisse machten die K.o.-Ausscheidung aber auch für Verstappen zur Nervenprobe. «Es war ziemlich rutschig», sagte er. «Da machst du schnell einen Fehler. Es ging vor allem darum, die Runden hinzukriegen, aber sich aus allem Ärger rauszuhalten.»

Rutschige Stellen

Nach einigem Regen bis zum Nachmittag war die Strecke allmählich abgetrocknet, einige Stellen blieben aber rutschig. «Wir mussten ein bisschen was riskieren, aber die letzte Runde war ein großer Spaß», sagte Verstappen. Mit der finalen Umrundung hatte er sich die 28. Pole seiner Karriere gesichert, eine halbe Sekunde vor Lando Norris im McLaren. Dritter wurde George Russell im Mercedes.

Pünktlich zum Start in die K.o.-Ausscheidung hatte die Sonne schon mal zwischen dunklen Wolken hervorgelugt. Die Strecke war noch immer feucht, an einigen Stellen noch richtig nass. Bedingungen, die auch Verstappen herausforderten als er einmal übers Kiesbett musste. Immerhin blieb er nicht drin stecken.

Gefühlt 90 Prozent Verstappen-Fans

Die schätzungsweise rund 100.000 Zuschauer an der Strecke hielten dennoch kurz die Luft an, gefühlte 90 Prozent waren Verstappen-Fans. Der gerade mal etwas über 20 Grad warme Asphalt trocknete ab, Runde um Runde wurde es schneller, aber nicht unbedingt einfacher.

Erst recht für Debütant Liam Lawson war es keine leichte Aufgabe. Der 21 Jahre alte Neuseeländer saß im Wagen von Daniel Ricciardo, nachdem dieser sich bei einem Unfall am Freitag im Training den linken Mittelhandknochen gebrochen hatte. Mit gerade mal einer Stunde Übungszeit in Zandvoort musste sich Lawson im Alpha Tauri mit dem letzten Platz abfinden – das Aus kam im ersten Zeitabschnitt.

Den einzigen deutschen Piloten erwischte es im zweiten Durchgang: Nico Hülkenberg kam nach seiner Vertragsverlängerung mit Haas unter der Woche auf Rang 15 – nur zwei Plätze hinter Rekordweltmeister Lewis Hamilton. Der 38 Jahre Brite schied als 13. vorzeitig aus.

Spannender Kampf um die Top Ten

Vorn aber demonstrierte Verstappen, warum er derzeit absolut unschlagbar ist. Beim Kampf um die Top Ten wurde es spannend. Kaum tickte die Zeit runter, sorgte Logan Sargeant für eine Unterbrechung. Der US-Amerikaner hatte die Kontrolle über seinen Williams verloren und war in die Streckenbegrenzung gekracht. Er blieb unversehrt, der Wagen bekam etwas ab, musste mit dem Kran weggebracht werden.

Für den Showdown um die Pole blieben danach noch gute acht Minuten. Die Strecke war geräumt und weiter abgetrocknet. Norris fuhr auf die eins, Verstappen schaffte nur die drittschnellste Runde, ehe erneut unterbrochen wurde. 4:05 Minuten vor dem Ende sorgte diesmal Charles Leclerc mit einem Bandeneinschlag im Ferrari für Rote Flaggen.

Mehr Spannung ging kaum noch. Was blieb, war eine Runde zum Einfahren und dann nur noch eine Chance: Und die nutzte Verstappen in Champions-Manier. Er legte vor, die anderen kamen nicht mehr hinterher.

Von Jens Marx, dpa